Die Kunst der Selbstexploration: Emo‑Mapping‑Techniken

Was ist Emo‑Mapping und warum verändert es den Blick nach innen?

Emo‑Mapping ist eine visuelle Methode, um Emotionen, Auslöser und Bedürfnisse als Karte zu zeichnen. Dadurch erkennst du Pfade, Engstellen und Abzweigungen deiner inneren Landschaft, statt in einem Gefühlsnebel zu verharren.

Schritt für Schritt: Deine erste Emotionskarte

Notiere drei bis fünf Gefühle der letzten 24 Stunden. Schreibe daneben Auslöser, Dauer und Intensität. Lass Bewertung aus. Dieses Sammeln ist wie Wetterbeobachtung: neugierig, nüchtern, respektvoll gegenüber allem, was auftaucht.

Schritt für Schritt: Deine erste Emotionskarte

Zeichne zwei Achsen und platziere Gefühle danach, wie stark sie waren und wie lange sie anhielten. Ergänze eine dritte Markierung, die zeigt, wie nah du deinem unerfüllten Bedürfnis dadurch gekommen bist.

Schritt für Schritt: Deine erste Emotionskarte

Gib jeder Emotionsgruppe eine Farbe, wähle Symbole für Auslöser, und verbinde Punkte mit Linien. Dicke Linien zeigen wiederkehrende Muster, gestrichelte mögliche Alternativen. So entsteht eine Landkarte statt einer bloßen Liste.

Der Körper als Kompass: Somatische Emo‑Maps

Atme ein, scanne vom Scheitel bis zur Brust; atme aus, bis zu den Zehen; atme ein, sammle ein Wort pro Empfindung. Markiere Bereiche mit Farben, und notiere, was die Empfindung vielleicht sagen möchte.

Der Körper als Kompass: Somatische Emo‑Maps

Zeichne eine Silhouette und markiere Zonen von Hitze, Kälte, Druck oder Flattern. Verknüpfe jede Zone mit typischen Situationen. So erkennst du Frühwarnsignale, bevor Gedanken sie erklären oder dramatisieren.

Gedankenketten aufzeichnen

Starte beim Auslöser und schreibe den ersten Gedanken, den zweiten und den dritten. Markiere, wo Annahmen, Vergleiche oder Katastrophisieren auftauchen. Frage: Welche Fakten tragen wirklich, welche sind nur Echo?

Triggerkarten, die entlasten

Erstelle für häufige Trigger eine Mini‑Map: Ort, Personen, Geräusche, innere Bilder. Notiere verlässliche Stopp‑Signale und eine kurze, freundliche Selbstinstruktion. So entsteht Abstand, der Wahl ermöglicht.

Reframing‑Routen einzeichnen

Zeichne alternative Wege vom gleichen Auslöser zu einem hilfreichen Gedanken. Prüfe Plausibilität, nicht Schönfärberei. Markiere die Route, die realistisch, warmherzig und morgen wiederholbar ist.

Annas Pendelkarte

Anna bekam im überfüllten Zug Herzklopfen. Auf ihrer Karte sah sie rote Punkte bei „Enge“, „Gerüche“, „Zeitdruck“. Durch Atem‑Rituale und eine gelbe Sicherheitsroute mit früherem Zug sank die Intensität sichtbar.

Der entscheidende Knoten

Der größte Knoten lag nicht im Zug, sondern im Gefühl, zu spät um Hilfe zu bitten. Anna markierte „Bitte um Unterstützung“ als blauen Knotenpunkt und übte, Kolleginnen kurz zu informieren. Die Karte wurde ruhiger.

Deine Parallele finden

Welche rote Zone kennst du? Zeichne sie heute. Teile ein Foto deiner Skizze oder schreibe drei Sätze dazu. Wir sammeln anonymisierte Kartenideen und schicken monatlich Inspirationen an Abonnentinnen und Abonnenten.
Setze einen Timer, zeichne den stärksten Moment des Tages auf, benenne ein Bedürfnis und markiere einen nächsten, winzigen Schritt. Fünf Minuten reichen, um die Spur bis morgen nicht zu verlieren.
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